Die erste Kooperationsveranstaltung des ASP mit dem Forum München der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft besuchten mehr als 60 Gäste. Der Vorsitzende des ASP Rosenheim Herbert Singer begrüßte, führte kurz in die Thematik ein und übergab an den Referenten.

 

General Lahl stellte kurz seine Person und seinen Werdegang vor und skizzierte den Inhalt seines Vortrages. Beginnend mit einer Schilderung der diversen Bedrohungsszenarien ging er zunächst auf den Nahen Osten ein. Dort bekämpfen sich die regionalen Staaten Saudi-Arabien, der Iran und die Türkei, überlagert von den „überörtlichen“ Kontrahenten USA und Russland. Zweiter Betrachtungsraum waren die Spannungen in Osteuropa mit Russland und der Ukraine. Deren Taktieren verglich der Referent mit einem Schachspiel. Als drittes beleuchtete Lahl den pazifischen Raum, wo insbesondere die Aufrüstung Chinas zu einem zentralen Problem heranwächst.

 

General Lahl zeigte vier sicherheitspolitische Megatrends auf, an denen sich die deutsche Sicherheitspolitik und die NATO in den kommenden Jahren zwingend orientieren müssen. Es sind dies der steigende Staatszerfall, weltweite Migration, der unaufhaltsame technologische Fortschritt und die globalen Finanzkrisen. Alle diese Entwicklungen und deren Beschleunigung sind alleine militärisch nicht beherrschbar und lassen sich nur durch gemeinsame und langfristige Lösungsansätze der Europäer begegnen.

 

In der Folge beschrieb Lahl noch typisch deutsche Mythen in Bezug auf die Sicherheitspolitik. Es sind dies Zurückhaltung, Defensive, Vernetzung und strategisches Handeln, deren theoretische Ansätze nicht immer mit dem tatsächlichen deutschen politischen Handeln übereinstimmen.

 

Abschließend betonte General Lahl, dass Deutschland eben nicht mehr nur von Freunden umzingelt und die lang gehegte Hoffnung auf eine Friedensdividende nun vorüber sei. Vor dem Hintergrund der knappen Kassen und der gegenwärtig mangelhaften Materiallage hat dies für die Bundeswehr gravierende Auswirkungen. Deshalb könne es ein „Weiter so“ keinesfalls geben und eine Nachsteuerung der gegenwärtigen Reform werde unausweichlich.